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Start • Braunschweig • Zukunft in Braunschweig: Westand und Kufa-Haus nehmen Fahrt auf Zukunft in Braunschweig: Westand und Kufa-Haus nehmen Fahrt auf

Publiziert in Presse
Dienstag, 05.11.2019
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Sie leiten das Kufa-Haus am Westbahnhof: Bernd Müller (links) und Markus Wiener. Seit Jahren haben sie für das Soziokulturelle Zentrum gekämpft. Sie leiten das Kufa-Haus am Westbahnhof: Bernd Müller (links) und Markus Wiener. Seit Jahren haben sie für das Soziokulturelle Zentrum gekämpft. Foto: Bernward Comes

Das Soziokulturelle Zentrum Kufa-Haus und die Westand-Veranstaltungshalle sind nach vielen Jahren endlich Realität geworden.

 

Sie leben sich ein. Im Kufa-Haus im Westen der Stadt ist zwar längst noch nicht alles an seinem Platz, nicht alles perfekt eingerichtet und gemütlich zurechtgemacht, doch das Soziokulturelle Zentrum am Westbahnhof hat beeindruckend Fahrt aufgenommen. „Wir sind Meister der Improvisation“, sagt Markus Wiener augenzwinkernd.

Er ist Vorsitzender des Kufa -Vereins, der ausdrücklich Kultur für alle bieten will. Aber vor allem für den kleinen Geldbeutel und niedrigschwellig. Mit seinem Vorstandskollegen Bernd Müller leitet Wiener das neue Zentrum, das die Stadt Braunschweig als Ersatz für das von den Braunschweigern heiß geliebte und dann so runtergekommene Freizeit- und Bildungszentrum im Bürgerpark gebaut hat. Die Schließung war 2002 aus Kostengründen vollzogen worden, doch sie hatte Löcher gerissen ins soziokulturelle Angebot.

Die Investoren Manfred Neumann und Reiner Nötzel waren schließlich bereit, mit der Stadt und dem Verein Kufa zusammenzuarbeiten. So entstand ein dreistöckiges Gebäude, das vorne das Kufa-Haus beherbergt (weiße Fassade) und hinten das Westand (graue Fassade), eine Konzert- und Veranstaltungshalle mit einem Saal, der 800 Besuchern Platz bietet und privatwirtschaftlich von der Westand GmbH betrieben wird. Insgesamt hat das Unternehmen rund 6,5 Millionen Euro investiert.

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Serafina Dreyer freut sich über die neue Küche. Das Gastro-Angebot im Kufa-Haus kann nun endlich Fahrt aufnehmen.
Foto: Bernward Comes

Es vermietet auch die Räume für das Kufa-Haus an die Stadt Braunschweig, die es wiederum dem Verein überlässt. Dem stehen nun ein Saal für rund 350 (stehende) Gäste zur Verfügung (bestuhlt etwa 150), ein Bistro, zwei große Multifunktionsräume, kleinere Seminarräume sowie ein Ton- und Filmstudio. „Noch ist den Besuchern nicht immer klar, dass hier zwei verschiedene Anbieter am Start sind“, erklärt Wiener. Aber auch das werde sich bald herumgesprochen haben, ist er sich sicher.

Der Bedarf an Räumen im Soziokulturellen Zentrum sei riesengroß, erklärt Wiener: „Das spüren wir täglich.“ Selbsthilfegruppen und verschiedene Theatergruppen, musikalische Früherziehung und Yoga, Tanzkurse, Ausstellungen etc. Die Bandbreite ist riesig. Obendrauf noch jede Menge Konzerte und Lesungen. Die Besucher des Kufa-Hauses kommen mit ganz unterschiedlichen Interessen und Wünschen. Manche suchen einen Ort, um kreativ zu sein, andere brauchen Rat und Hilfe, Dritte ein Plätzchen zum konzentrierten Austausch. Und wieder andere wollen feiern. „Wir haben schon etliche Anfragen für runde Geburtstage“, berichtet Müller. Die Preise für Raummieten sind gestaffelt. Je nachdem, ob es sich um gemeinnützige, soziale Veranstaltungen handelt oder um gewerbliche und private.

Gerade erst ist die Küche gekommen. „Endlich“, seufzt Müller. „Die ist ein Traum und unser Koch Daniele begeistert.“ Bald wird auch der neue Tresen der Caféteria geliefert. Das Provisorium kann dann zur mobilen Verköstigung eingesetzt werden.

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Im Kufa-Haus finden viele Gruppen eine neue Heimat. Hier eine Eltern-Kind-Gruppe zur Musikalischen Früherziehung. Leitung: Venus Louis-Pilz.
Foto: Bernward Comes

„Wir lernen noch“, meint Müller verschmitzt. „Was hier gefragt ist, steht in keinem Schulbuch.“ Das Team müsse erst Erfahrungswerte sammeln. Dass etwa Schlagzeugunterricht nicht parallel zur Theatergruppe angesetzt werden sollte. Aus Lautstärkegründen. „Das alles zu koordinieren, ist wirklich eine große Herausforderung“, bestätigt Wiener. Die Kufa-Leute haben noch Wünsche, setzen aber Prioritäten. Eines nach dem anderen. So wie es das städtische Budget hergibt. Schließlich hat der Oberbürgermeister den Schlüssel erst am 23. August übergeben.

Auf jeden Fall soll die Caféteria gemütlicher werden. „Im Moment verströmt sie noch zuviel Krankenhausatmosphäre“, meint Stefan Ullrich vom Veranstaltungsteam. Ein bisschen Farbe an den Wänden, wärmeres Licht – damit wäre schon viel erreicht.

Ganz dringend jedoch wünschen sich Wiener und Müller eine bessere Beschilderung rund ums Kufa-Haus. Damit sich die Besucher zurechtfinden, nicht herumirren und wild parken. Die Stadt hat bereits auf Klagen reagiert und vor dem Haus mehrere Verbotsschilder aufgestellt.

191105 bz 4Stefan Ullrich ist im Kufa-Haus für Veranstaltungen zuständig. Der Saal ist auf rund 350 Gäste ausgelegt.
Foto: Bernward Comes

„Ganz wichtig wäre noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30“, so Wiener. Schließlich seien am Westbahnhof nun viel mehr Menschen unterwegs, auch viele Kinder. „Aber hier auf der Straße wird immer noch ganz schön geheizt.“ Das sei sehr gefährlich. Es wäre außerdem schön, die Stadt würde für mehr Licht sorgen, sagt er, auf dem Parkplatz, auf den Zuwegen. „Vor allem Frauen haben uns angesprochen, dass sie sich nicht sicher fühlen.“

Es gibt noch einiges zu tun rund ums Kufa-Haus. Doch immerhin ist schon Leben eingezogen. „Es ist viel Arbeit, macht aber auch ganz großen Spaß“, meint Müller mit strahlendem Lächeln.

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Im Westand können Konzerte für 800 Besucher stattfinden – wie jüngst das der Jazzkantine.
Foto: Rüdiger Knuth

Quelle: https://www.braunschweiger-zeitung.de
Autor: Ann Claire Richter

Gelesen 780 mal Letzte Änderung am Montag, 20 Januar 2020 13:19
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KufA Haus

Das neue Soziokulturelle Zentrum "KufA-Haus" ist bestens platziert in Braunschweig-West und bietet Raum für diverse Veranstaltungsformate für Konzerte, Kleinkunst, Musical, Workshops, Seminare, Privatfeiern etc.

mehr info unter:
http://kufa.haus/

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